Das Carved in Stone Interview Einige unter
Euch werden sich gefreut haben, als sie erfuhren, daß ab dem
19.04.2004 ein neues Album von Carved in Stone in den Regalen stehen
wird. Andere wiederum werden "noch" nicht viel mit dem
Solo-Projekt anfangen können. Wie auch?! Die limitierte MCD
"The forgotten belief" war so schnell ausverkauft, dass
es nicht einmal nötig war, großartig Werbung zu machen.
Aus diesem Grund bekamen nicht gerade viele Leute besonders viel
von diesem Release mit. Swawa: Sehr, sehr wohl. Mir gefällt das Layout sehr gut und ich bin ziemlich stolz auf das, was Patrick von Schwarzdorn und ich da fabriziert haben. Jetzt hoffe ich natürlich, daß „Hear the Voice“ von der Hörerschaft gut aufgenommen wird, obwohl ich da recht zuversichtlich bin :-) Du hast bisher ein gutes Feedback von diversen Magazinen erhalten, Hast Du das irgendwie schon erwartet? Swawa: Ganz ehrlich:
Nö. Ich war natürlich überzeugt von meiner Arbeit,
aber es wäre ziemlich vermessen, zu sagen, man habe mit solch
überwältigenden Kritiken gerechnet. Bis jetzt hat das
Album ausschließlich gute Bewertungen bekommen, und ich bin
vor Stolz 20 Zentimeter gewachsen, harhar. Nein, im Ernst, ich hatte
gehofft, daß die Magazine es mögen würden, aber
eine solche Reaktion hat selbst mich umgehauen. Swawa: Erstmal Lob an Schwarzdorn. Die Zusammenarbeit war wie immer genial. Nicht nur wegen der Tatsache, daß immer Bier und Schokolade im Haus war, sondern auch, weil immer Raum für konstruktive Kritik blieb. Ich denke, daß ein Team zwischen Musiker und Produzent nur dann wirklich produktiv arbeitet, wenn jeder jederzeit seinen Senf dazu geben kann. Meiner Meinung nach ist es wichtig, daß man diesen Dialog miteinander sucht, um herauszufinden, wie man in jeglicher Hinsicht das bestmöglichste Ergebnis erzielen kann. Das ist uns, denke ich, gelungen. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die CD Gestaltung ist wunderbar geworden. Wie wichtig sind für Dich z.B. jetzt die Hintergrundbilder im Booklet. Sollten diese einfach nur zur Musik passen oder steckt da mehr hinter? Swawa: Erik (HvemSkulle Prod.)ist ein Genie. Ich habe ihm lediglich die Fotos in die Hand gedrückt, und tataaa!, das ist das Ergebnis! Die Absicht war, zu jedem Lied ein in irgendeiner Weise passendes Bild zu finden. Alle Bilder, auch das Cover, entstanden auf einer Rundreise durch Schottland, die meine Eltern vor einiger Zeit gemacht haben. Mein Vater verstand es sehr gut, die Mystik bestimmter Plätze einzufangen, außerdem hatte er oft gute fotographische Ideen, wie z.B. durch kleine Löcher in irgendwelchen Wänden zu knipsen, oder Landschaften im Rückspiegel des Autos zu fotografieren. Die Bilder sind für mich aber auch deshalb etwas besonderes, weil sie Teil seines Vermächtnisses sind. Er ist im Jahr 2000 gestorben. Das einzige Bild, das nicht in Schottland, sondern in meinem Garten geschossen wurde, ist das Hintergrundbild zu „Jeg lagde meg...“. Und es stammt auch nicht von meinem Vater, sondern von mir...ich finde, man sieht den Unterschied, obwohl dieses Bild auch nicht übel ist... Deine Musik könnten im Grunde viele Menschen hören. Sie ist da ja doch etwas zugänglicher, als z.B. eine Black-Metal Scheibe. Wie denkst Du wird die allgemeine Menschheit mit dem Album umgehen (falls sie davon mitbekommen würde/wird)? Denn Musikalisch ist die CD ein Hammer, aber textlich dann doch wieder nichts für jeden. Swawa: Das ist wahr, aber das war auch Absicht. Es gibt nicht schlimmeres, als Musik, die auf die Masse zugeschnitten ist. Diese Art von Musik hat keine Seele, weil sie keine Aussage hat und vollkommen ersetzbar ist. Carved in Stone hat eine bestimmte Philosophie und eine bestimmte Thematik, aus der ich nie einen Hehl gemacht habe, und die das Ganze auch in Zukunft weiter beeinflussen wird. Ich möchte, daß die Leute diese Lieder nicht nur hören, sondern daß sie ihnen zuhören. Es wird ne Menge Leute geben, die sich im ersten Moment denken,“Oh, das ist aber schöne Musik!“ und dann, wenn sie die Texte von Liedern wie „Heldentod“ aber verstehen, erstmal schlucken müssen. Und das ist gut so. Viele verstehen z.B. Black Metal als dumpfe, pure Provokation. Wenn jetzt aber ein nettes, kleines Mädchen wie ich sich mit einer Gitarre hinsetzt und mit dieser folkigen Art Musik genauso gegen das Christentum singt, findet die ganze Sache vielleicht mehr Gehör und bringt auch „normale“ Leute dazu, sensibler über diese Thematik nachzudenken. Welcher Song ist persönlich Dein Lieblings Song und warum? Swawa: Klingt jetzt vielleicht abgedroschen, aber es gibt für mich keinen wirklichen Lieblingssong auf der Cd. Müßte ich mich aber festlegen, wäre einer der heißen Favoriten sicherlich „Warrior and Man“, weil ich dieses Ineinander – Singen interessant finde und die Harfe gut rüberkommt. In naher Zukunft wird es von Carved in Stone noch Merchandising geben. Ist noch weiteres wie Z.B. Auftritte / Video etc. geplant ? Swawa: Meine Feuertaufe
in Sachen Live – Auftritten werde ich vielleicht auf einem Live
Rollenspiel im September haben. Dort habe ich eine Rolle als Dorfbevölkerung
und werde eventuell als Bardin in der Taverne spielen. Mal schauen,
ob´s klappt. Spaßeshalber haben Patrick und ich auch
schon über ein CIS Video philosophiert, aber da ist noch nichts
sicher. Swawa: Natürlich würde es mich freuen, wenn der altgermanische Glaube in Deutschland wieder anerkannt wäre. Wenn ich allerdings verlangen würde, überall Donars Hammer über die Schultafeln zu hängen und Altäre für Wotan zu errichten, wäre ich keinen Deut besser, als die radikalen Christen oder radikale Moslems, die um jeden Preis ihre Religion propagieren müssen. Was mich an der heutigen Situation diesbezüglich am meisten stört ist nicht, daß der Glaube hier nicht anerkannt ist, sondern, daß er totgeschwiegen wurde. Frag mal irgendjemanden auf der Straße, wer Wotan oder Donar sind...das weiß kaum jemand. Traurig, aber es zeigt, wie wenig die Deutschen über ihre eigene Kultur wissen. Das liegt daran, daß faschistoide Idioten vor 60 Jahren ausgerechnet diesen Glauben in den Dreck ziehen mußten. Heute ist daher alles verschrien, was in die germanische Richtung geht, allein der Gebrauch des Wortes „Wotan“ stempelt Dich als Nazi ab. Soweit ist es gekommen, und das geht Leuten, die wie ich wirklich an die alten Götter glauben, ziemlich gegen den Strich. Letztendlich langt mir mein Glaube eigentlich, wie er jetzt ist, doch würde ich mir wünschen, daß die Leute im Bezug auf bestimmte heidnische Riten und Symbole ihre unwissenden Kommentare runterschlucken und sich erstmal informieren. Denkst Du, dass das große Interesse an der nordischen Mythologie nur ein Trend ist oder wenden sich immer mehr vom Christentum ab? Swawa: Ich denke, daß beides zutrifft. In der letzten Zeit war gerade in der Metal Szene ein ziemlich großer Zuwachs an Kiddie – Heiden zu beobachten, und man hatte irgendwie das Gefühl, daß plötzlich jeder Donars Hammer umhängen hatte. Allerdings stelle ich fest, daß das Ganze doch wieder etwas abgeebbt ist. Auf der anderen Seite ist es aber kein Geheimnis, daß immer mehr Leute aus der Kirche austreten, sei es wegen der Kirchensteuer oder aber, weil sie die Institution einfach scheiße finden und im stillen Kämmerlein für sich allein zu Gott beten wollen. Ich denke, daß gerade die katholische Kirche auch in Zukunft immer mehr Mitglieder verlieren wird, wenn sie nicht langsam rafft, daß ihre Ansichten zu gewissen Themen einfach völlig daneben sind. Da ja auch Du ein Herr der Ringe Freund bist, möchte ich doch einmal wissen, war die Kinoverfilmung insgesamt gesehen ordentlich gemacht oder doch mehr der Hollywood Film. Swawa: Der erste Teil war göttlich, dummerweise ließ das Ganze aber mit jedem weiteren Teil nach. Und Legolas hat BRAUNE Haare !!! Gerade er hat sich sehr zum negativen entwickelt. Was sollte diese scheiß Skater Szene bei Helms Klamm? Und warum wurde Gimli so lächerlich gemacht? Ich war soo begeistert, als ich die Anfangsschlacht vom ersten Teil sah. Hugo Weaving war als blutbesudelter Elrond klasse, genauso wie Bernard Hill in der Rolle des König Theoden. Das waren die einzigen beiden Charaktere, bei denen mir echt Schauer den Rücken runterliefen, besonders bei Theodens Monologen und der Grabrede für seinen gefallenen Sohn. Alles in allem war das Ganze ganz nett, aber leider hat sich auch in diesem Falle oft der Kommerz wieder durchgesetzt, wie man u.A. an der kitschigen Darstellung der Liebesstory von Aragorn und Arwen sehen konnte. Die letzten Worte gehören Dir. Swawa: Ich danke allen, die Carved in Stone in der Vergangenheit unterstützt haben und mit mir durch dick und dünn gegangen sind. Dem Rest der Welt möchte ich sagen, daß niemand, wirklich niemand den Glauben an die Alten auslöschen kann, solange er auch in nur einem einzigen Herzen lebt. Heil sei den Hohen
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